Die Hängenden Gärten / Palmyra Perennis

Die Hängenden Gärten

Schwarz liegt der Strom, von Gestirnen benetzt,
blendend erhebt sich der Herrscher der Nacht
über die Hängenden Gärten,
über den künstlichen Gipfel,
welcher den Hügel ins Flachland versetzt,
welcher den Wald in die Großstadt gebracht,
über die plätschernden Gärten,
über die flüsternden Wipfel…
Flimmernd erhebt sich die Harfe zuletzt,
warm liegt die Stadt in versilberter Pracht.

Christina Egan © 2015

Basalt stone with carved images of trees, with a building, an animal and a man

The city of Babylon. Assyrian, 7th c. BC. —
© The Trustees of the British Museum
(Ref. no. 00032445001)

These musical lines evoke Babylon by night:
the moon and stars reflected in the Euphrates,
the Hanging Gardens rising above the big city,
murmuring fountains and a sparkling harp…
It could be the instrument which rises
sparkling like a star — or its voice.

Palmyra Perennis

Sank auch der stolze Bogen dahin mit dreifachem Seufzer,
ragt uns sein Bildnis im Geist schwerelos über dem Sand.
Sind auch zum Staube gekehrt der Ahnen goldene Hallen,
tragen das Erbe wir fort: sanften Triumph der Vernunft.

Christina Egan © 2015

For a picture of the ruins of Palmyra and a comment on
this poem on enlightenment, please look at my
MOTTO.

The view that cultural vandalism should be recognised as
a war crime akin to genocide has been discussed recently.

Der bunte Staub / The Multi-Coloured Dust

Der bunte Staub

Der bunte Staub auf meinem Fensterbrett
– ein Häufchen Blütenblätter, ausgebleicht –
verwandelt sich im Abendsonnenlicht
in einen Schatz, dem kein Geschmeide gleicht.

Christina Egan © 2014

Little vase with flowers in lemon yellow, pale blue, deep pink and red; some petals scattered beneath; garden in background.

The Multi-Coloured Dust

The multi-coloured dust flocks on my desk 
– a heap of petals fading gradually –
gets now transformed by sunshine from the West
into a hoard surpassing jewellery.

Christina Egan © 2015

You can also find petals decaying to dust in the
German hymn Spiritum Sanctum vivificantem.

Photograph: Christina Egan © 2013

Spiritum Sanctum vivificantem

Spiritum Sanctum vivificantem

Die Blume, die den Himmel hält,
zerspellt, wenn es dem Wind gefällt,
in einen Haufen blaues Laub,
in einen Löffel grauen Staub.

In Stundenglas der Glitzersand
versickert wie aus Kinderhand,
und wer zur Nacht noch steht und spricht,
erhebt sich schon am Morgen nicht –

bis jener Geist, der Leben haucht,
vom höchsten Himmel fauchend taucht,
rafft Staub zu Staub, fügt Bein zu Bein
und ruft: Es werde! Ihr sollt sein!

Christina Egan © 2015

The title is a Latin quote from the
Christian Creed (version of 381 AD):
‘the Holy Spirit, Giver of Life’.