III.
Gegengifte
Der du eintrittst, laß fahren
das Licht, das dich weckt,
die Luft, die dich tränkt,
die Speise, die dich stärkt.
Begnüge dich mit dem Licht,
das ermattet, der Luft,
die auslaugt, der Speise,
die schleichend verseucht.
Schluck es, das Gegengift
und das Nebengift. Tritt ein
in die hehren Hallen
der Gesundheitsfabrik.
Laß fahren die Freude
der Farben, den Atem
der Pflanzen, das Elixir
der Musik. Vergiß Fenster.
Gewöhne dich an graue
Flächen und grelle Tupfer,
an Beton und blankes Metall,
an Labyrinthe ohne Ausgang.
Begrüße das Summen und Piepsen
der hundert Maschinen,
die helfen und heilen
in der Gesundheitsfabrik.
Siehe, im Hades verblaßt
selbst die Erinnerung an Blüten,
an Früchte, Hügel, Wälder, Welt,
Geplätscher, Gezwitscher, Gelächter…
Das Gespräch verkrümmt sich,
verknotet sich um Schwellung
und Schmerz, der Atem
verflacht und der Geist.
Lähmendes bleiches Licht
legt sich wie frische Asche
auf tausend Menschengesichter
in der Gesundheitsfabrik.
Christina Egan ©2023
I experienced a single day in hospital as a descent into an underworld which would sooner or later destroy any health, any strength, any youth – an aspect of our advanced civilisation which I cannot fathom. A modern hospital is dehumanising like a factory and like a prison. What should be a place of healing and hope feels like a place of paralysis and despair…
For the first two poems in the Great Sales cycle, see Erdbeerjoghurt (Strawberry Yoghurt)
and Klebstoff (Glue), which deal with endless, senseless, production and consumption, waste and pollution, advertisements and entertainment.