unter der weide
I.
als das rundzelt
der weide
sich sachte
bauschte
als der pilgerzug
der pappeln
silbern
rauschte
als das erdreich
im abendrot
lag und
lauschte
als die stille
sprach
brach
mein herz
brach auf
wie eine kokosnuß
voll süßer milch
und weißem mark
II.
wer kostet
meine worte
wer liest
meine blicke
wer wartet
auf mich
unter der weide
im windhauch
wer wartet
mit mir
auf den neuen mond
auf den ersten stern
als wäre das morgen
noch möglich
als wäre das leben
noch herrlich
mein blick fing
die sternschnuppe
wer liest uns
ihre botschaft
III.
heu bedeckt
die krume
schweiß bedeckt
die haut
blumen
leuchten
nicht himmelblau
blauer als himmel
blumen
brennen
nicht feuerrot
röter als feuer
die trauerweide birgt
ein stummes gebet
meine arme wiegen
einen neuen traum
auf der stirne
trage ich
einen kuß
wie ein juwel
Christina Egan ©2021








