Inspired by the word cloud Colour, Life, Silence of the 25 English poems I have written over the past months (generated and designed thanks to the Simple Word Cloud Generator). The word cloud created from this poem, in turn, brought up the corresponding German words, with a number of other words expressing the central term “poem”. “Erschrieben” is a word I made up for bringing about something by writing, while the regular word “erleben” means experiencing and is passive… or perhaps not!
Ich freue mich, daß ich geboren bin zu Morgendämmerung und Abendrot; ich sage Dank, daß ich erkoren bin zu nächtlichem Gesang und Mittagslob.
Ich freue mich, daß durch den Vogelruf das Paradies in unser Schweigen dringt und oft aus einem alterslosen Buch ein Sinn in unsre schweren Augen springt.
Ich schaue auf und staune jeden Tag, daß mich der Himmelsherr mit Namen rief, noch eh’ es Engel oder Erde gab, noch eh’ ich still im Mutterleibe schlief.
Ich freue mich, daß durch das Angesicht des einen Menschen Gott den andern liebt, wie Sonnenlicht durch bunte Fenster bricht. Ich freue mich, daß es die Freude gibt.
Written upon the passing of a good friend who had been a nun for 40 years. Also written for her on the topic of joy through faith and prayer: Die vierte Frucht.
Auf der weiten Erdenscheibe kauert meine kleine Bleibe still in pfauenblauer Nacht; und aus ungeheurer Ferne steigen unzählbare Sterne wie von Zauberhand entfacht.
Auf den unsichtbaren Gleisen durch den Weltraum aber kreisen zwei Gestirne um mein Dach: Glück muß mir das güldne schreiben, doch das grüne bringt mir Leiden,– zwei verflochten tausendfach.
On the vast orb of the earth clings my cottage to the turf, hushed in night of peacock-blue; from unfathomably far still emerges star on star, magically lit anew.
See, on secret tracks in space two celestial bodies trace orbits round my own abode: golden star and green must bring happiness and suffering – interwoven thousandfold.
For more musings on destiny, see the previous post, Zugefallen. There are sparkling stars in Zugefallen and flickering candles in the poem Zugewogen. Destiny is written in the stars, or rather, in the Heavens.
Nebra sky disk (Himmelsscheibe von Nebra), ca. 4000 years old. Photograph: JoKaliauer via Wikimedia Commons. Copyright: CC BY-SA 3.0.
Callisto, moon of Jupiter. Photograph taken by NASA’s Galileo spacecraft in 2001. NASA/JPL/DLR(German Aerospace Center), Public domain, via Wikimedia Commons.
Innen leuchtet rot die Liebe, dann orangerot die Kraft, sonnengelb die Heiterkeit, Hoffnung schimmert erdengrün, meeresblau verströmt sich Friede, Weisheit wölbt sich indigo, Glaube krönt sie violett: Regenbogen will uns blühn, will uns eine Zukunft weisen und die Ewigkeit verheißen! Schon verhangen, schon vergangen, doch die Seele bebt noch froh…
For verse from a colourless winter world, see the recent post, A Speck in the Dark, where a few flashes of colour and light provide the magic of beauty and hope.
The first poem of the year takes place in Roman streets again, in the midst of Cologne, in Sankt Andreas, the mighty mediaeval church right opposite the Cathedral. When you descend into the crypt, you are pretty close to antiquity. All around, Roman walls are displayed, or simply still standing.
For an English poem about Cologne with a similar content and in a similar style, see My City Calls (Grey Roofs Grey Walls). There, it is the city itself which provides comfort and hope, as religious faith does here. I noticed the striking parallel only yesterday on relaunching my poetry blog!
Eben
habe ich das Leben entdeckt.
Es lag versteckt
unter einem unscheinbaren Stein
am Straßenrand.
Ich kniete nieder,
hob ihn hoch,
und etwas leuchtete,
alles leuchtete auf –
als hätte die Sonne hinübergeschaut
in ihrem enthobenen Lauf,
als wäre der Himmel erblaut
und ich stürmte den Hügel hinauf –
doch stand ich noch
unverwandt
mit dem Stein in der Hand…
Eben
habe ich das Leben entdeckt.
Es war verdeckt
vom Geschnatter und Geknatter
von vielzuvielen Bildschirmspielen,
von Telefonen und Megaphonen
und Megamaschinenmusik.
Nur einen Augenblick
lag der Stein in meiner Hand,
graublau
und genau
und still.
So hält Gott die ganze Welt
in seiner Hand,
ins stille goldne uferlose Licht,
und sie weiß es nicht.
Die Kunst ist groß mit ihren Himmelstreppenbauten und größer die Musik mit unerhörten Lauten; gewebt aus weißen Daunen schwebt das Wort vorbei und bleibt, als ob’s ein Bild aus schwerer Bronze sei. Das Leben aber ist allein der Born des Lebens, und ohne Liebe sinnt und schafft der Mensch vergebens.
II.
Schmaler Strahlenpfad
Aufflackert hier und dort ein schmaler Strahlenpfad Gebet ist auch Geschehen; auch ein Gruß ist Tat. O wenn die Erdenaugen es nur schauen könnten wie sich Geschwister fraglos zueinanderwenden! Der Engel Botenflug ist schattenlos und schnell, doch auch der Menschen Bruderherz ein Gnadenquell.
III.
Sommerabendblau
Ein sommerabendblaues Wort ist uns geschenkt, ein sommermorgengoldnes gleich darangehängt, die unsre Wildnis oder Wüste fern umsäumen und mehr an Kraft enthalten, als wir uns erträumen: Vertrauen in Bedrängnis ist uns zugeteilt und Hoffnung auf den Himmel, der die Erde heilt.
Three philosophical poems in praise of:
life and love (which can surpass art);
greeting and prayer (which can surpass deeds);
trust and hope (which can surpass strength).
Written for a community of prayer affiliated to a Benedictine convent (Abtei Münsterschwarzach).
Gleich einem lichtgefleckten Fichtenpfad, bevor die ersten schweren Tropfen fallen, erstreckt sich der Septembernachmittag vor uns, als sei die Welt ein Wohlgefallen.
Wir dürfen auf die Wolkenschiffe steigen und mit dem Bussard über Wipfeln stehn! Obgleich die Strahlen sich ab morgen neigen, wird unsre Schale langsam sich erhöhn.
Die Dächerschar erglüht im ersten Dämmer, das Auge badet sich in buntem Glück… Wir können unser Dasein nicht verlängern, vertiefen aber jeden Augenblick.