Reife Feige
Aufs Pflaster klatscht die Feige,
verlockend süß und groß.
Mein Herz ringt, daß es schweige
und weint und lacht doch bloß.
Es trübt sich und es regnet
und leuchtet wieder neu…
Mir ist das Glück begegnet,
es ging heut früh vorbei.
Es ging mit festen Schritten
und grüßte mich, als ob
auf ungesagte Bitten
es käme her von Gott.
Ich hebe jene Feige
aus ihrem Schattengrund
und koste ihre Reife
mit überraschtem Mund.
Sie will mich trösten, nähren,
unsagbar, unverhofft.
Das Glück wird wiederkehren:
Ich lausche, ob es klopft.
Christina Egan ©2021